Twitter – ein Ratgeber, wie du deine Marke auf der Plattform kommunizierst und bewirbst
Lohnt es sich überhaupt, auf Twitter zu kommunizieren?

Du willst, dass deine Marke im Netz Fuß fasst? Super! Das Erste, woran du denkst: Präsenz bei Google und auf Facebook. Klar, das sind sehr wichtige Elemente, mit denen du deine Zielgruppe erreichst, aber es lohnt sich, auch an andere Plattformen zu denken. Eines der in Polen am meisten unterschätzten Portale ist Twitter – und genau das sehen wir uns heute an.
Warum solltest du überhaupt dort sein? Ist das ein Medium für alle? Wie kommunizierst du dort und, vor allem, wie bewirbst du deine Marke?
Kommunikation
Anders als Facebook setzt Twitter vor allem auf Dialog. Es ist eine öffentliche Plattform, auf der die kurzen Nachrichten der Nutzer nicht nur Freunden vorbehalten, sondern für alle zugänglich sind – man kann sie über eine übersichtliche Suche nach bestimmten Keywords oder Nicknames finden. So kann sich eine Marke schnell in eine Diskussion zu einem Thema einklinken oder Anfragen zu ihrer Branche, ihren Dienstleistungen oder Produkten aufspüren und darauf antworten. Für Marketer ist das sicher eine größere Herausforderung als die Moderation der rein einseitigen Kommunikation auf Facebook, wo wir nur auf Kommentare und Nachrichten auf der Fanpage des Unternehmens antworten – aber eine überaus wertvolle.
Die Polen auf Twitter unterscheiden sich etwas von den Facebook-Nutzern – es sind weniger, aber es sind wertvolle Kunden, die gern online einkaufen, oft spontan, seltener reklamieren und Gadgets und technische Neuheiten mögen. Humor haben sie auch, vor allem aber erwarten sie wertvolle Informationen. Wie kommunizierst du also auf Twitter?
- Sorge für Abwechslung – poste Links ebenso wie Fotos, GIFs, Umfragen oder reine Text-Tweets und auch Retweets. Wichtig ist, dass sie eng mit deiner Branche zusammenhängen.
- Reagiere – Twitter ist ein hervorragendes Tool für Real-Time-Marketing, vorausgesetzt, du twitterst nicht nur laufend, sondern beobachtest auch, was die Konkurrenz und deine Zielgruppe tun, und reagierst auf wertvolle Beiträge (retweetest, kommentierst).
- Nutze beliebte Hashtags aus dem Tab „Trends“ – so bist du auf der Plattform besser sichtbar.
- Kommuniziere regelmäßig – anders als auf Facebook gibt es auf Twitter den Begriff „Spam“ nicht, und Nutzer twittern sogar mehr als zehnmal(!) am Tag. Ein Tweet pro Tag ist also definitiv nicht übertrieben 😉
- Gestalte Momente – mit der Funktion „Momente“ kannst du eine Gruppe von Tweets bündeln, die eine bestimmte Geschichte erzählen oder ein stimmiges Ganzes bilden. Momente kannst du sowohl aus neuen als auch aus bereits veröffentlichten Tweets erstellen.
- Geh live – alle Social-Media-Plattformen setzen derzeit auf Video, und die Verbindung von Video und Real-Time-Marketing ist genau das: Livestreaming – das perfekte Erfolgsrezept.
- Schalte Anzeigen – Twitter bietet viele Möglichkeiten für präzises Targeting und die Wahl des Werbeziels; genauer beschreibe ich das später in diesem Ratgeber.
- Wenn du eine Gruppe von Marken oder für jedes Produkt ein eigenes Profil betreibst, kannst du eine Liste der Profile erstellen – Nestle könnte zum Beispiel eine Liste seiner Marken wie KitKat, Gerber oder Nesquik anlegen. Hier findest du eine Liste polnischer Unternehmen auf Twitter, zusammengestellt vom polnischen Marketingportal Socjomania: https://twitter.com/Socjomania/lists/marki-na-twitterze-pl
Werbung
Selbst wenn sich eine Marke für einen Twitter-Account entscheidet, übernimmt sie sehr oft einfach Content von anderen Plattformen – das kann man machen, aber nur gelegentlich, wenn ein Inhalt besonders wichtig ist. Social-Media-Plattformen unterscheiden sich in ihrer Eigenart und ihrer Zielgruppe, also sollten sich auch die Botschaften unterscheiden. Doch nicht die Präsenz an sich oder individuell erstellter Content, sondern Werbung ist der Weg, den Marken auf dieser Plattform am seltensten nutzen, um sich bekannt zu machen. Vielleicht liegt das daran, dass man Anzeigen hier im Vergleich zu Facebook erst seit relativ kurzer Zeit selbst schalten und optimieren kann (früher gab es dafür in Polen eine einzige spezialisierte Agentur – 140 Media). Inzwischen lassen sich Anzeigen aber problemlos selbst schalten und – das ist wichtig – trotz ähnlicher Ziele ganz anders targeten als auf Facebook. Sehen wir uns aber zuerst die Ziele an:

- App-Installationen – wie der Name schon sagt, soll diese Anzeige die Zahl der Installationen deiner App erhöhen. Interessant: Wenn sich zeigt, dass Nutzer die App zwar heruntergeladen haben, sie aber nicht nutzen, kannst du sie mit dem Ziel „App-Re-Engagement“ zur Nutzung animieren. Diese Anzeige funktioniert nach dem Prinzip des Remarketings.
- Follower – die Anzeige funktioniert ähnlich wie Seiten-Likes auf Facebook, ist aber wertvoller, weil Twitter – anders als FB – die organische Reichweite noch nicht beschneidet. Wenn wir also das Profil selbst bewerben und Follower sammeln, steigern wir die Reichweite und das Engagement unter unseren Tweets (natürlich vorausgesetzt, sie sind wertvoll).
- Promotion von Posts, Videos oder GIFs – funktioniert ähnlich wie das Bewerben von Beiträgen auf Facebook: Die Anzeige erscheint in der Timeline eines Nutzers, auch wenn er dem Profil nicht folgt. So können wir auch Menschen erreichen, die die Marke nicht kennen.
- Klicks und Conversions – mit diesem Ziel können wir einen Tweet bewerben, der auf die Website führt. Es ist ein rein verkaufsorientiertes Werbeziel, mit dem sich nicht nur Klicks, sondern auch das Kaufverhalten messen lassen – ohne ein Pixel zu installieren, wie es bei Facebook nötig ist.
- Markenbekanntheit – maximiert die Reichweite deines Tweets und damit auch die deines Unternehmens.
Haben wir das richtige, für uns relevante Werbeziel gewählt, geht es weiter zum Budget und dann zum Targeting. Das Targeting zeigen wir am Beispiel eines beworbenen Tweets.

Interessant ist, dass es neben den demografischen Standardoptionen wie Alter, Geschlecht, Standort oder Interessen auch deutlich fortgeschrittenere Optionen gibt.

Sehr präzises Targeting ermöglichen uns unter anderem Events. Twitter schlägt einen Kalender anstehender Events vor – wählen wir das aus, um das es in unserem Tweet geht, erreichen wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Gruppe, die sich für genau dieses Event interessiert. Das ist eine riesige Chance auf einen coolen viralen Hit im Real-Time-Marketing.
Zu den Targeting-Optionen gehören auch Hashtags, die eine Person verwendet (oder nicht verwendet – es gibt nämlich die Möglichkeit, Keywords auszuschließen), oder Profile, denen sie folgt. So erreichen wir ganz leicht auch die Fans der Konkurrenz.
Auch die Anzeige auf Klicks unterscheidet sich von der auf Facebook. Bevor wir zum Targeting kommen, sollten wir die Kategorie wählen, die nicht den Nutzer, sondern unsere Domain am besten beschreibt! So findet Twitter Nutzer, die sich potenziell für die Website interessieren.
Als Platzierung für die Anzeige können wir nicht nur die Timeline des Nutzers wählen, sondern sogar Profile, Seiten bestimmter Events oder Suchergebnisse.

Du verkaufst Pizza? Zeig dich bei den Tweets zu einem lokalen Match, wenn die Fans in der Halbzeitpause das Spiel ihrer Lieblingsspieler kommentieren wollen. Glaubst du, sie werden nicht schwach? 😉

Und du – wirst du schwach? Wenn du auf Twitter mit der Kommunikation starten oder deine Produkte bewerben möchtest, melde dich bei uns! 😉

