Der weiße Bär lädt ein … zum Werben in Social Media
Kann uns der jüngste Viral mit dem Bären auf der Krupówki, der Flaniermeile von Zakopane, etwas über … Social Media beibringen? Das Video vom Zakopaner Bären, der Geld für sein Bild verlangt, hat im Netz riesige Wellen geschlagen, und unzählige Real-Time-Marketing-Posts haben am Montag die Social-Media-Feeds geflutet, auch bei unserem Kunden: Quelle: Post der Marke Vobis.pl auf Facebook. Die Sache hat uns allerdings zum Nachdenken gebracht: Diese Fotos mit dem Bären erinnern ein wenig an …

Das Video, in dem der Bär aus Zakopane, Polens bekanntestem Bergkurort, Geld für sein Bild verlangt, hat im Netz riesige Wellen geschlagen, und unzählige Real-Time-Marketing-Posts haben am Montag die Social-Media-Feeds geflutet – auch bei unserem Kunden:

Quelle: Post der Marke Vobis.pl auf Facebook
Die Sache hat uns allerdings zum Nachdenken gebracht: Diese Fotos mit dem Bären erinnern ein wenig an … die Arbeit in Social Media. Abgesehen von den Absichten der Autorin des besagten Videos, der es in diesem Fall gerade nicht um ein Foto mit dem Plüschbären ging, sollen solche Fotos meist dazu dienen, im Freundeskreis bzw. auf dem eigenen Profil mit einem spannenden Stück Folklore der Krupówki, der Flaniermeile von Zakopane, anzugeben. Für eine Marke, die Content auf Facebook/Instagram/LinkedIn oder anderen Plattformen veröffentlicht, ist das Ziel, spannende Dinge aus dem eigenen Haus zu zeigen.
Und wie funktionieren die Algorithmen solcher Plattformen in diesem Fall? Tja, ganz ähnlich – du willst mit deinem Content angeben? Zahl für eine Anzeige. So wie der Bär Geld für ein Foto nimmt, nehmen soziale Netzwerke Geld dafür, geposteten Content wirksam dem Publikum zu zeigen.
Zahlst du nicht, zeigst du deinen Freunden das Foto nicht.
Zahlst du nicht, zeigst du deinem Publikum nicht, was dir wichtig ist.
Natürlich klappt es manchmal auch auf die wilde Tour. Der besagte Bär wird nicht merken, dass du ihn ohne Bezahlung geknipst hast, und der Algorithmus wird ausnahmsweise einen Post mit sehr guten organischen Ergebnissen durchwinken. In der Regel gilt in beiden Fällen aber: Zahl, wenn du Ergebnisse willst.

Auf den Straßen von Zakopane will man uns davon überzeugen, dass ein Foto mit dem Bären ein absolut unverzichtbares Souvenir aus der Hauptstadt der polnischen Berge ist. Beim Posten dagegen will man uns davon überzeugen, dass schon eine kleine Promotion uns eine große Zielgruppe erschließt.
Und nur in einem Punkt unterscheiden sich die beiden Situationen – leider zum Nachteil aller Creator in Social Media: Zahlen wir dem Bären nichts, wird unser Ausflug vermutlich trotzdem großartig, und unsere Erinnerungen leiden nicht schmerzhaft darunter. Zahlen wir diesem Social-Media-Bären aber nichts, war die ganze Vorbereitung umsonst, und uns bleibt nur die Bitterkeit darüber, das Ziel verfehlt zu haben.


